Unsere Philosophie
Hier: Umweltaspekte, Abfallkonzept, Bewusstes Konsumieren…
Awareness
«Awareness» beschreibt ein Konzept, welches sich mit Problematiken im Zusammenhang mit Missachtung von körperlichen, psychischen und persönlichen Grenzen bis hin zu Gewalt in öffentlichen Räumen auseinandersetzt. Dabei wird sexistischem, rassistischem, homofeindlich, transfeindlich ableistischem oder vergleichbarem übergriffigen Verhalten entgegengetreten. Durch Awareness soll ein Weg gefunden werden, um Diskriminierungen und grenzüberschreitendes Verhalten zu benennen und diesem Verhalten aktiv entgegenzutreten. Personen, die sich davon betroffen sehen, werden unterstützt und begleitet.» (awarenetz.org)
Awareness bedeutet Bewusstsein – für einen rücksichtsvollen Umgang miteinander. Für uns in der Rhybadi heisst das: Wir wünschen uns von allen Beteiligten (Besucher:Innen, Künstler:Innen, Mitarbeiter:Innen) ein aufmerksames Verhalten, das keine Diskriminierung toleriert.
Die drei Grundsätze von Awareness-Arbeit:
- Konsens bzw. Zustimmung
Individuelle Grenzen werden respektiert: Nur Ja heisst Ja! Alles andere heisst Nein. - Definitionsmacht
Wo persönliche Grenzen überschritten werden, bestimmt immer die betroffene Person und sie hat das Recht zu entscheiden, wie es nach dem Vorfall weitergeht. - Parteilichkeit
Die Wahrnehmung der Person wird nicht in Frage gestellt – Solidarität mit den Betroffenen steht an erster Stelle.
Wir befinden uns in einem Prozess, welcher immer einer bleiben wird. Da es keine endgültigen Lösungen geben wird, versuchen wir immer den Schritt in die richtige Richtung zu machen. Wir sind immer offen für Kritik und Feedback.
Unter Awareness verstehen wir nicht eine Form der Vermittlung zwischen zwei Konfliktparteien (ausser das ist von beiden Seiten erwünscht).
Der Vorfall soll weder objektiv bewertbar sein müssen, noch soll eine Sanktionierung nach vorgegebenen Regeln erfolgen, wie es beispielsweise im Justizsystem üblich ist.
Vielmehr soll es überhaupt keine Sanktionierung geben, sondern solidarisch nach Lösungen gesucht werden, wie es der betroffenen Person besser gehen kann, bzw. diese trotzdem noch an der Veranstaltung teilnehmen kann.
Zudem muss auch bedacht werden, dass es nicht immer klar definierbare Täter*innen oder ausübende Personen gibt.
Awareness ist immer nur ein Versuch mit den Verhältnissen in dieser Gesellschaft umzugehen. Das Konzept ersetzt nicht die Auseinandersetzung mit bestimmten Themen (Formen von Gewalt, Arten von Diskriminierung) und eine gewisse Sensibilität für die Bedürfnisse und Perspektiven anderer Menschen. Es ist ein Anhaltspunkt und soll Sicherheit im Umgang mit Übergriffen und diskriminierenden Vorfällen bieten, aber gleichzeitig nicht als starres Regelwerk verstanden oder unverhältnismässig ausgelegt werden. Wir wollen keine Stigmatisierung als ewige „Täter*innen“ begünstigen, oder Menschen verurteilen, sondern ihre Handlungen kritisieren.
Wir wünschen uns einen konstruktiven Umgang mit Fehlern und Offenheit für Kritik. Einige Fragen solltet ihr euch immer wieder stellen, abschliessend geklärt werden können sie sicher nicht:
Wie weit kann der Betroffenen-begriff ausgeweitet werden? Wie schwerwiegend muss ein Übergriff sein, um welchen Umgang damit zu rechtfertigen? Wie können wir langfristigen sozialen Ausschluss verhindern? Wann handle ich voreingenommen durch gesellschaftliche Bilder von „Opfern“ und „Täter*innen“? Wann richtet sich mein Umgang mit einer Situation nach einer Bestrafungslogik? Wann und wie wird das Konzept instrumentalisiert, um die eigene Macht oder Position zu sichern?
Auch in den einzelnen Situationen ist es wichtig, die Grundsätze und Folgen eures Handelns zu reflektieren.